“Contenture” am Ende
21. Dezember 2009 19:56
Nach einem halben Jahr Probezeit schließt ein Dienst seine Pforten, der Blogs und Online-Publikationen Abo-Einnahmen versprach. Doch das “Contenture”-Modell, im Mai an dieser Stelle vorgestellt, ging nicht auf.
Die Idee hinter Contenture: Jeder User zahlt einen festen monatlichen Betrag, der allen angeschlossenen Webseiten anteilig ausbezahlt wird. Zahle ich beispielsweise monatlich 5 Dollar und besuche die Webseite A täglich, Webseite B dagegen nur wöchentlich, so erhält Projekt A um die 4,50 Dollar, Projekt B die übrigen 50 Cent. Je mehr von mir regelmäßig besuchte Seiten sich Contenture anschließen, um so niedriger fällt natürlich die anteilige Auszahlung aus – es sei denn, ich erhöhe freiwillig meine Abozahlung oder genügend neue Nutzer entschließen sich ebenfalls zur regelmäßigen Zahlung.
Soweit die Theorie. Diese Form des Micropayments, abgewickelt über PayPal, scheiterte allerdings in der Praxis, berichtet TechCrunch heute. Es fanden sich keine großen Online-Publikationen, die sich dem Modell anschließen wollten. Die Handvoll kleine Seiten, die das Experiment wagten, waren wiederum nicht attraktiv genug, um genügend Besucher zum Zahlen zu motivieren.
In Deutschland wurde Contenture leider nie wahrgenommen. Ich hatte den Contenture-Code auf unserer Wissenschaftsseite Scienceticker.info eingebunden. Die rein zufälligen Klicks US-amerikanischer User haben aber in den rund fünf Monaten Testphase gerade mal 6,70 US-Dollar eingebracht. Mal sehen, ob diese umwerfenden Einkünfte – wie jetzt von Contenture versprochen – im Januar tatsächlich ausgezahlt werden…
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