“Contenture” – Alternative zu Werbeeinnahmen?
15. Mai 2009 12:40
Medienangebote, die im Web Geld verdienen wollen, stehen vor dem Problem, dass sich mit Onlinewerbung nicht annähernd so viel verdienen lässt wie mit gedruckten Anzeigenseiten. Auch mancher nebenberufliche Schreiber und Hobby-Webseiten-Betreiber kennt das: Im Laufe der Jahre haben sich einerseits zahlreiche Möglichkeiten eröffnet, mit Google-Ads und Affiliate-Programmen Geld zu verdienen. Andererseits liegen die Einnahmen bei den meisten hoffnungsfrohen Online-Publizisten im lächerlich niedrigen Cent-Bereich. Hier verspricht der neue Webdienst Contenture Abhilfe, der nächste Woche online gehen wird.
Contenture setzt auf die Bereitschaft von Stammlesern, für ihre Lieblingsmedien freiwillig zu zahlen. Das war grundsätzlich schon bisher möglich, etwa durch Spenden über Dienste wie PayPal oder so genanntes Micropayment. Doch solche Lösungen sind wenig komfortabel, wenn lediglich Kleinstbeträge überwiesen werden sollen. Wer sich als Leser bei Contenture anmeldet, wird voraussichtlich einen frei wählbaren festen Monatsbetrag zahlen können. Besucht er dann eine Seite, die sich Contenture angeschlossen hat, so wird dieser Besuch gezählt und dem Betreiber am Monatsende aus dem eingezahlten Guthaben vergütet.
Sollte sich dieses Modell etablieren können, dann hätte ich als Leser die Gelegenheit, eine Summe festzulegen, die automatisch meiner favorisierten Lektüre zugute kommt. Besuche ich mehrere Contenture-Seiten, wird der Betrag anteilig unter ihnen aufgeteilt. Und verliere ich einmal das Interesse an einem Angebot, muss ich kein Abo kündigen, weil die Zahlung durch Contenture automatisch eingestellt wird.
Als Seitenbetreiber kann ich wiederum wählen, ob ich das System nur als eine Art Spendensammelstelle nutze oder meinen Besuchern einen zusätzlichen Nutzen biete. Ein Anreiz zur Zahlung könnte z.B. darin bestehen, dass Contenture-Zahler ein Webangebot werbefrei angezeigt bekommen oder Zugang zu einem Premiumbereich erhalten, der anderen Lesern verborgen bleibt.
Technisch soll sich die ganze Arbeit auf das Einfügen eines Code-Schnipsels beschränken. Das Projekt stammt von den Schöpfern des sehr überzeugenden Clicky-Zählers. Man darf deshalb hoffen, dass am 21.Mai tatsächlich ein spannendes Projekt freigeschaltet wird…
Nachtrag, 3.6.2006: Seit ein paar Tagen läuft Contenture nun auf unseren Seiten unter Scienceticker.info. Ich kann noch nicht sagen, dass mich der Dienst überzeugt. Zum einen ist der Nutzer-Account offensichtlich noch nicht ganz ausgereift, die Zugriffe/Besuche/Einnahmen werden noch nicht angezeigt. Zum anderen ist da die Voraussetzung der Zählung: Wer als Contenture-Kunde seine Lieblingsseiten unterstützen will, darf den vom Dienst verpassten Cookie nicht löschen. Ist der Browser so eingestellt, dass er Cookies mit jedem Beenden automatisch löscht, muss sich der Nutzer vor jedem Surfen erst einmal bei Contenture zurück melden, um wieder den nötigen Cookie zu erhalten. Andernfalls wird er nicht als zahlender Unterstützer erkannt. Eine echte Schwachstelle – die vielleicht technisch auch gar nicht zu lösen ist, ohne ständiges Einloggen zu vermeiden?
Contenture – Support the sites you love…
Contenture reverses the classical online advertising model by offering users ad-free sites and enabling webmaster to build Freemium content business models. Very interesting launch – I just registered.
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[...] wie Kachingle setzte Contenture auf monatliche Beiträge, die LeserInnen auf Web-Site als Kleinstspenden hinterlassen konnten. Ein nachvollziehbarer Grund [...]