WordPress mit Twitter verweben
23. Februar 2009 13:07
Eines vorweg: Mit dem Mikro-Blogging-Dienst Twitter kann ich nichts anfangen. Der Reiz, der von Textnachrichten mit maximal 140 Zeichen ausgehen soll, verschließt sich mir. Mag sein, dass Twitter einen schönen Ersatz für das SMS-Schreiben an einen größeren Kreis von Bekannten bieten kann. Aber warum sollte man derartige Kurznachrichten in die breite Öffentlichkeit blasen? Entweder habe ich etwas öffentlich zu sagen, das mehr als 140 Zeichen wert ist. Oder ich schweige besser.
Aber nun zu WordPress: Dem Web-Entwickler Alex King aus Denver (Homepage), der schon mehrere WordPress-Plugins geschrieben hat, ist mit der neuen Version seines Twitter Tools ein beachtlicher Erfolg geglückt. Innerhalb einer Woche luden rund 18.000 Anwender das Plugin herunter. Twitter Tools ermöglicht einerseits das Einbinden von Tweets, den Twittertexten, in WordPress und andererseits die Weiterleitung von Blogbeiträgen als Tweets. Die Gefahr einer ewigen Dauerschleife derselben Texte bestehe aber nicht, beruhigt King. Das Tool filtere eingehende Twittertexte heraus, wenn diese ursprünglich aus WordPress stammten.
Die Veröffentlichung der eigenen Blogtexte via Twitter-Account verspricht auch der WordPress Twitter Bot von Chris Charlton, dessen Version 1.0 vor drei Tagen veröffentlicht wurde.
Ergänzend sei hier noch auf ein drittes Plugin hingewiesen – für alle die befürchten, einen Twitterbeitrag über das eigene Blog zu verpassen. Abhilfe verspricht in diesen Fällen Tweetbacks. Damit lassen sich Tweets, die sich auf Blogbeiträge beziehen, wie normale Kommentare unter dem betreffenden Beitrag auflisten.
Nun kann man sich fragen, worin der Sinn liegen soll, Blogs und Tweets miteinander zu vernetzen. Mir scheint, die Blogs vollziehen hier etwas nach, was die “großen” Medien bereits vorgemacht haben: Nicht wenige Zeitungen und Zeitschriften versenden bereits ihre Schlagzeilen als Twitterstrom. Die Plattformen “Welt Online” und “Spiegel Online” etwa setzen massiv auf Twitter, letztere jüngst mit einem Twitterdienst zur Oscar-Verleihung.
Die Entwickler von Twitter haben eine solche “Flutung” durch Medienkonzerne bei der Schaffung ihres Dienstes wohl kaum im Sinn gehabt. Und auch das Twittern von Blogbeiträgen entspricht kaum dem Ansatz des 140-Zeilen-Mediums. Für redaktionelle Artikel und Blogs gab und gibt es immerhin den RSS-Feed. Auch dieser lässt sich übrigens nicht nur in Browsern und RSS-Readern lesen, sondern bei Bedarf auch in Blogs einbinden. Trotzdem kann man immer wieder den Vorwurf lesen, RSS habe sich in der Allgemeinheit nicht durchgesetzt.
Könnte vielleicht Twitter eines Tages die Rolle von RSS übernehmen? Ich hielte das für einen Verlust. Einen RSS-Feed kann man ganz automatisch aus WordPress heraus erzeugen, während man sich bei Twitter von einem externen Dienstleister abhängig macht – noch dazu einem, der in der Vergangenheit wiederholt höchst störanfällig war und auch nach drei Jahren Existenz noch über kein Konzept verfügt, wie er überhaupt Einnahmen erzielen will…
Ich finden diesen Artikel sehr interessant geschrieben, ich nutze ebenfalls dieses Twitter tool und sehe hierbei den eindeutigen Vorteil das der blog content gleich bei twitter erscheint, diese gibt dann zusätzlich eine weitere url für die Suchmaschienen und wird sehr schnell nach der Veröffentlichung bei google gefunden.